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Hohes Cortisol positiv nutzen

Ich kann mich noch genau an meinen besten Monat als Küchenverkäufer erinnern: Mein Kollege war im dreiwöchigen Sommerurlaub und ich musste für ihn die Vertretung übernehmen. Jeden Tag hatte ich mindestens einen Kunden von ihm am Telefon – oder sie standen einfach direkt bei mir am Schreibtisch, weil wieder irgendwas nicht gepasst hatte. Bei dem einen ist die Küche umgefallen, bei dem anderen haben die Monteure die Küche einfach anders aufgebaut, als sie es sollten. So würde es besser aussehen, sagten die Jungs …

Nebenbei musste ich mich natürlich auch noch um meinen Kram kümmern. Zusätzlich habe ich im Schnitt jeden Tag rund zwei Küchen verkauft. Am Ende des Monats standen 160.000 € auf der Uhr und ein Bruttogehalt von 9.700 €. Als Arbeitnehmer – mit 23. 

Ich liebe Druck. Wenn das Adrenalin durch den Körper schießt. Das Gefühl, wenn alles kribbelt. Rasen im Kopf. Keine Zeit zum Überlegen. Einfach machen. Eine Aufgabe nach der anderen. Entscheidungen treffen und dann volle Kraft voraus.

Das muss man aber wollen, denn wer mental nicht stabil ist, verliert unter Druck die Kontrolle – und das führt dann schnell zu Gewichtszunahme, Müdigkeit oder Bluthochdruck. Damit Ihnen das nicht passiert, gibt es hier drei einfache Wege, den Stress in positive Energie umzuwandeln.

Cortisol braucht ein Ziel

Natürlich ist es ein Unterschied, ob der Stress zum Beispiel durch einen Familienstreit entstanden ist, oder einfach weil man sich in einer hochanspruchsvollen Lebenssituation befindet. Deswegen gilt es zu allererst, zu definieren: Was ist überhaupt der Grund für den hohen Cortisolspiegel?

Ich kenne es von mir selbst, dass ich extrem motiviert bin, wenn einfach nur ein Berg Arbeit vor mir liegt. Das kitzelt mich dann richtig. Wenn es eine schmerzvolle Erfahrung ist, die ich durchmachen muss, fällt es mir immer deutlich schwerer, dranzubleiben. Die Gefahr abzurutschen ist dann viel höher.

Aber völlig egal, warum Sie sich gerade in einer stressigen Lebenssituation befinden: Alles im Leben hat etwas Positives – und sobald Sie das Positive daran gefunden haben, müssen Sie nur noch ins Tun kommen. Das Ziel definieren und dann die nötigen Schritte umsetzen.

Ein gesunder Lifestyle ist ein Muss

Sport ist nicht nur allgemein eine Supersache, sondern erst recht, wenn es stressig wird.

Zu müde, um am Abend noch ein Workout hinzulegen? Scheißegal! 30 Minuten kriegen Sie schon freigeschaufelt – und die reichen alle Mal für ein paar Burpees und einige Klimmzüge. Alternativ können Sie natürlich auch einfach die Laufschuhe anziehen und sich auf den Weg machen. 5 Kilometer mit hoher Herzfrequenz lassen den Stresspegel schlagartig sinken.

Sport ist nur die halbe Miete, denn der Sixpack entsteht in der Küche.
„Muss ich den haben?“, fragen Sie jetzt vielleicht?
Nö, das nicht – ist aber ein cooles Statussymbol, und je niedriger der Viszeralfettwert, desto gesünder lebt es sich.

Pausen müssen priorisiert werden

Schlafen kann ich, wenn ich tot bin! – diese Aussage konnte ich noch nie verstehen. Und das hat auch nichts mit Workaholic zu tun, sondern einfach mit schlechtem Management. Wer Höchstleistung bringen will, muss REGENERATION Groß schreiben.

Natürlich ist es so, dass es aufgrund eines hohen Cortisolspiegels, deutlich öfter zu Schlafproblemen kommen kann als normalerweise. Mir hilft es in solchen Situationen immer, meinen Schlaf anzupassen.
Es ist 1 Uhr nachts, ich liege seit 30 Minuten wach im Bett, das Herz schlägt kräftig und die Gedanken kreisen?
Dann stehe ich auf, arbeite ein bisschen oder lese etwas. Wenn mir fast die Augen zufallen, probiere ich es erneut.
Wenn Ihr Leben es zulässt, können Sie Ihre Schlafzeiten auch anpassen. Ich arbeite dann halt bis 4 Uhr morgens, schlafe dafür am nächsten Tag bis 12 Uhr mittags. So komme ich trotz Stress auf meine 8 Stunden und bin tagsüber leistungsfähig. Probieren Sie es mal aus!

Vermeiden Sie Alkohol in stressigen Phasen komplett! Machen Sie hier keine Kompromisse. Aus einem Glas Wein wird schnell ne ganz Flasche, und das eine Bierchen am Abend ist auch häufig nur Wunschdenken. Und außerdem: Wer nach einem Bier aufhört, hätte sich das eine auch sparen können! Investieren Sie die 200 Kalorien lieber in eine ordentliche Portion Magerquark mit Beeren. Schmeckt besser und bringt mehr.

Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss

Cortisol ist kein Feind, den man bekämpfen muss. Es ist ein Signal und verstärkt alles, was man ist. Es zeigt, wie gut man sich selbst führen kann, wenn es ernst wird.
Ziele setzen, Pausen zur Regeneration einplanen und durch richtige Ernährung die Leistungsfähigkeit erhalten. Das ist der Schlüssel.

Der entscheidende Punkt ist nicht, Stress zu vermeiden, sondern richtig mit ihm umzugehen. Wer gelernt hat, sich unter Druck nicht aus der Bahn werfen zu lassen, ist in der Lage, die anspruchsvollsten Lebenssituationen zu meistern. Ich denke, man muss erst einige stressige Phasen in seinem Leben durchmachen, bevor man dazu in der Lage ist. Es ist wie Sport – mit jedem Training wird man besser – und irgendwann fühlt man sich wohl, wenn es um einen herum unruhig ist beziehungsweise langweilt sich, wenn das Leben einfach seine Runden dreht.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum manche Menschen nicht in die Schule gehen oder bei der Arbeit ständig krank sind – es ist einfach zu langweilig. Der Nervenkitzel fehlt.

Also, lassen Sie das Adrenalin steigen. Wenn die Finger kribbeln und der Kopf nicht zur Ruhe kommt, ist das oft ein Zeichen dafür, dass Wachstum stattfindet – und dann sind Sie meistens auf dem richtigen Weg.

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